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FAQs:Kurze Antworten auf zentrale Themenkomplexe runf um linken Antisemitismus

Ich verzichte hier bewusst auf lange Zitate und Quellenhinweisen. Wer sich tiefer mit den Fragen beschäftigen möchte, sollte dann die ausführlicheren Artikel lesen.

Natürlich darf man das. Es macht wie im richtigen Leben der Ton die Musik. Geäusserte Kritik sollte stets sachlich bleiben. Im Fall der Israelkritik fällt allerdings auf, dass sich viele alter antisemitischer Stereotype bedienen, um Israel zu kritisieren. Dabei ist es egal, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht. Wer antisemtische Stereotype und Metapher (be)nutzt, muss sich auch den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen. Der Vorwurf, dass Israelkritik generell nicht erlaubt sei oder per se antisemitisch sei, ist häufig eine Schutzbehauptung derjenigen, die sich antisemitisch äussern.

Hinzu kommt, dass die kritikwürdige Politik der israelischen Regierung auf alle Juden verallgemeinert wird, selbst auf die nicht in Israel lebenden, diese damit mitverantwortlich gemacht werden.

 

Mit dieser Frage verbindet sich der Anspruch auf das Land. Aufgrund der Vertreibung und Fluchtbewegungen, aber auch bedingt durch Landkäufe von Juden durch Araber vor 1948, verließen viele Araber das Gebiet. Die Fluchtbewegung (die eben nicht nur Vertreibung war) als Folge des Unabhängigkeitskrieges, wird von den Palästinensern als "Nakba" bezeichnet.

Der Begriff "Palästinenser" wurde erst in den 60er Jahren mit Gründung der PLO populär. Die UN, insbesondere der Teilungsplan, sprach noch von "Arabern".

Häufig wird der Einschnitt 1948 betrachtet, um Ansprüche an das Gebiet geltend machen zu können. Dies ist allerdings nicht hilfreich, um den Konflikt einer Lösung näher zu bringen.

Denn die Frage, wer eher da war, muss eindeutig mit "Juden" beantwortet werden. Es waren die Römer, die den 2. Tempel in Jerusalem zerstörten, die jüdische Identität versuchten, auszulöschen. Juden wurden versklavt, verschleppt und vertrieben. Das Gebiet wurde umbenannt von "Prövinz Judäa" in "Syria Palaestina". Erst muslimische Eroberungsfeldzüge im 7. Jahrhundert brachten den Islam in die Region. Der Bau der Al-Aqusa-Moschee erfolgte im 8. Jahrhundert.

Ab und an versuchen auch Palästinenser, sich als direkte Nachfahren der Kaaniter aus der frühen Bronzezeit zu definieren. Aber auch dies ist politische Willkür, um den Anspruch auf das Land zu rechtfertigen.

Generell ist es nicht hilfreich von beiden Seiten, Anprüche, die aus biblischen Zeiten rühren, in der Gegenwart für Lösungsansätze zu nutzen. Diese tragen aber dazu bei, das Verständnis für Israel zu stärken. Und vor allem trägt das Wissen dazu bei, den Anspruch von 1948 auf das gesamte Land zu entschärfen. Denn es ist unredlich trotz Nakba, zu behaupten, dass Palästinenser bzw. Araber eher das Gebiet besiedelten. Denn wenn man in die Vergangenheit zurück blickt, dann muss man eben auch ganz weit zurück blicken.

 

Nein. Zunächst zum Begriff:

Das Wort stammt aus dem Afrikaans und bedeutet übersetzt "Getrennheit" oder auch "Gesondertheid". Man bezeichnete so das System der Rassentrennung in Südafrika. Hiermit wurde die Herrschaft der weissen Minderheitsbevölkerung gegenüber der schwarzen Mehrheit gesichert. Schwarze mussten in gesonderten Arealen (sg. "Homelands" oder "Bantustans") leben und wurden strikt von der weissen Bevölkerung getrennt.

Im täglichen Leben waren Eingänge zu Behörden getrennt u. v. m. Das Apartheidsregime ging explizit davon aus, dass die weiße Rasse der schwarzen überlegen sei, die schwarze Arbeitskraft wurde ausgebeutet, politische Beteiligung war verboten.

Eine solche Rassentrennung gibt es in Israel nicht.

In Israel muss man zunächst unterscheiden zwischen dem Kernland Israel und den besetzten Gebieten.

Im Kernland gibt es arabische Parteien, im Parlament sitzen arabische Abgeordnete. Araber können demokratisch wählen und gewählt werden. Auch können sie alle Berufe ergreifen, Schulen besuchen und studieren. So gibt es arabische Ärzte, Polizisten usw. Sie werden aber nicht zum Militärdienst eingezogen, können sich aber freiwillig melden. Sie besitzen die israelische Staatsbürgerschaft.

In den besetzen Gebieten sieht es etwas anders aus. Hier verfügen Palästinenser nicht über alle Rechte. Dies ist aber kein Ausdruck einer angenommenen Überlegenheit, sondern Ergebnis der historischen Ereignisse:

Das heutige Westjordanland fiel im Unabhängigkeitskrieg 1948/1949 zunächst an Jordanien. Im Sechstagekrieg 1967 verlor es diese Gebiet und wurde von Israel besetzt. Die Palästinenser forderten einen Anschluss an Syrien und Ägypten, nicht aber wieder an Jordanien. Ende der 80er Jahre (genau am 31. Juli 1988) gab Jordanien den Anspruch an diese Gebiete auf, die Staatsbürgerschaft der dort lebenden Flüchtlinge wurde seitens Jordaniens annuliert. Sie wurden staatenlos.

Somit gibt es dort ein Rechtssystem, das den Palästinensern nicht die vollen Rechte einräumt.

Hinzu kommt der nicht erfolgreiche Friedensprozeß der 90er Jahre, der das weitere Einschränkungen mit sich bringt, insbesondere auch hinsichtlich der Mobilität. Mit den unterschiedlichen Rechtssystem verfolgt Israel zwar einerseits das Ziel einer Herrschaftssicherung erst recht durch die Siedlungspolitik unter Netanjahu, andererseits aber wurde der Friedensprozeß schon in den 90ern auch durch radikale Palästinenser aus der Westbank unterlaufen durch verschiedene Selbstmordattenate. Deswegen sind Mobilitätseinschränkungen auch ein ergebnis der Sicherheitspolitik. Auch die Hamas baute ihren Einfluss auf die Palästinenser in mder Westbank aus, insbesondere nachdem sie im Gazastreifen die Macht übernommen und die teilweise Fatah-Mitglieder umgebracht hatte.

Fazit: Die Existenz verschiedener Rechtssysteme ist nicht das Ergebnis einer Rassentrennung, auch nicht das Ergebnis einer Herrschaftssicherung aus rassistischen Gründen.

Anmerkung: An dieser Stelle diskutiere ich nicht die Fage, ob es Menschen"rassen" gibt. Diese gibt es selbstverständlich nicht. Die Verwendung des Begriffs hier geht zurück auf die Wahrnehmung des Apartheidsregimes.