Dieses Beispiel habe ich ausgewählt, um aufzuzeigen, wie hinter einer oberflächlich betrachteten - wenn auch heftigen - Kritik an Netanjahu und seiner Politik (die an vielen Stellen kritikwürdig ist) eben doch ein hartgesottener Israel- bzw. Judenhass stehen kann, wenn man hinter die Kulissen schaut.
Zur Person M.
Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte muss ich den Vornamen deutlich kürzen, da ansonsten der Betreffende mittels Suchmaschinen und den hier gemachten Angaben einfach zu identifizieren wäre. Aus gleichem Grund kann ich natürlich nicht
auf Profile oder anderen Seiten verlinken, aus denen ich die Angaben entnommen habe.
M. war lange im Versicherungswesen tätig, hatte auch verschiedene Tätigkeiten bei einem Edelmetallhändler inne, machte sich dann als "Journalist" selbständig, indem er eine regelmäßig erscheinende Lokalzeitung herausbringt oder -brachte. Die Fehlermeldungen der Skriptsprache php deuten darauf hin, dass diese Seite nicht mehr gepflegt wird. Die Webseite der Zeitschrift verweist auf alte Zeitschriften, auch aktuelle Diskussionsbeiträge sind nicht vorhanden. Er bezeichnet die Zeitschrift als "politisches Stadtjournal". Über eine journalistische Ausbildung (Volontariate, Studium usw.) verfügt er nicht, seine Ausbildung beschränkt sich auf den kaufmännischen Bereich. Mit anderen Worten: Er ist Autodidakt, über journalistisches Handwerk verfügt er nicht, über entsprechende Kenntnisse verfügt er nicht. Deswegen sind ihm Dinge wie journalistische Codices fremd. Dies entspricht dem Bild, das er über den Gazakonflikt vermittelt. Es handelt sich um einen "Meinungsmacher", aber nicht um jemanden, der gezielt recherchiert, Positionen hinterfragt, Aussagen mit Quellen belegt. Zwar gibt er an, sich seit 35 Jahren mit dem Nahostkonflikt zu beschäftigen, dies scheint aber eher ein Hobby zu sein, unter Umständen hat er noch sich für Vereine engagiert (ggf. auch Öffentlichkeitsarbeit), gezielte Angaben gibt es allerdings nicht. Da es durchaus sinnvoll erscheint, gerade die Positionen hervorzuheben, die die derzeitige Tätigkeit untermauern, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich hinter den gemachten Angaben Tätigkeiten befinden, die etwas mit Journalismus zu haben. Hier sein Facebookprofil:

Sich als Journalist zu bezeichnen ist schon sehr mutig, aber leider ist die Bezeichnung nicht gesetzlich geschützt. Inwiefern seine Kritk "konstruktiv" sein kann im Sinn der Kommunikationstheorie, ist rätselhaft, siehe auch meine theoretischen Ausführungen hier.
Parteipolitisch ist er dem BSW zuzuordnen, er stand auf deren Kandidatenliste (Nummer 1203):

Lokalpolitisch veranstaltet er auch Mahnwachen oder Demonstrationen, die sich gegen zu israelfreundliche Politiker in seiner Region richten, er hat entsprechende Fotos auf seinem Instagramprofil gepostet. Somit kann man ihn durchaus als "Aktivist" bezeichnen. Auf Facebook dürfen natürlich auch Hetze und polemische Diffamierungen unter Zuhilfenahme üblicher Memes gegen Politik und Politiker nicht fehlen. Nur ein Beispiel zur Wehrpflicht: "Die Bundeswehr macht wieder auf "Wehrmacht". Als nächstes erfolgt die Aufforderung, dem Führer ein Kind zu schenken. Besser zwei oder drei. Man möchte im dritten Anlauf endlich Russland besiegen. Was wieder nicht klappen und vermutlich Deutschland total zerstören wird. Dieses Land stinkt vom Kopf her schon jetzt so schlimm nach Fäulniss und Verwesung. Es ist nur noch ekelhaft..." Konstruktive Gesellschaftskritik, insbesondere von einem Journalisten, sieht definitiv anders aus.
Über eine Diskussion auf Facebook bin ich auf den Aufruf einer Aktivistin der Volt-Partei gestoßen, die dazu aufrief, an einer Veranstaltung teilzunehmen, auf der Namen umgekommener Palästinenser im Krieg als Reaktion auf den 7. Oktober verlesen werden. In einem Kommentar fragte ich, ob ähnliches auch Anfang Oktober für die israelischen Opfer getan wurde. Hier schaltete sich M. ein und kommentierte:

Zunächst beschränkt er sich auf Netanjahus Politik. Auch wenn die Aussage, dass er bzw. Israel unter Netanjahu für den 7. 10. verantwortlich falsch ist und eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben wird, kann man, wenn man sehr naiv die Aussage betrachtet, zunächst "nur" von einer sehr heftigen auf Netanjahu beschränkten Kritik ausgehen. Wohlwollend könnte man bisher noch annehmen, dass er, wenn auch sehr heftig, ausschließlich Netanjahu und seine Politik kritisiert, dass die Zuschreibung der Verantwortlichkeit seinem Populismus geschuldet ist. Leider ist nicht eindeutig, wen oder was er mit "Er" meint im Satz "er sagt es auch so" und "Er missbraucht ihn." Da M. sich als Journalist begreift, sollten solche Doppeldeutigkeiten nicht auftreten. Mit "Er" kann die Person Netanjahu gemeint sein, der Zionismus unter Netanjahu (bzw. Netanjahus Verständnis von Zionismus) oder eben "der" Zionismus allgemein. Oder missbraucht der Zionismus das Judentum? Oder missbraucht Netanjahu das Judentum?
In meiner Antwort stellte ich kurz Israels/Netanjahus Verantwortung für den 7. Oktober polemisch kurz in Frage, um über die Kernpunkte seiner Behauptungen zu sprechen:
Erstens stellte ich kurz dar, dass Kolonialismustheorien nicht greifen, weil sie auf der Vergleichsebene Einwanderung nach Palästina
1. Antisemitismus unter normalen Rassismus subsumieren
2. Juden nicht nach Palästina eingewandert waren, um ihre "Mutterländer" mit Rohstoffen zu versorgen
Auf der Vergleichsebene Shoah
3. der Umgang der Kolonialherren in den Kolonien mit der indigenen Bevölkerung ein anderer war. So ging es den Kolonialinvasoren auch um Entwicklung eines aus ihrer Sicht unterentwickelten Volkes. Deswegen wurden in den Kolonien ausgewählte Mitglieder der indigenen Bevölkerung zur Ausbildung in die Mutterländer entsandt, auch war der Mord an den Herero eine Reaktion auf einen Aufstand gegen die Kolonialherren. Juden brauchten sich nicht in den besetzten Gebieten gegen Deutsche auflehnen als Anlass. Sie wurden ermordet, weil sie Juden waren. Dies gilt insbesondere auch für Osteuropa, das Gebiet, das die Vertreter der Kolonialismustheorien aufgrund der NS-Lebensraumideologie im Blick haben.
In einem zweiten Teil meiner Antwort ging ich auf Netanjahu bzw. auf seine Politik ein. Ich wies darauf hin, dass auch Palästinenser gegen Oslo I/II verstossen hatten und gegen das Wye-Abkommen, dass zahlreiche Selbstmordattentate Israels Rechte gestärkt, die Palästinenser 1998 offen dazu aufriefen, den bewaffneten Kampf fortzusetzen.
Mein abschließender Hinweis galt der Zionismuskritik, der in seiner hier dargelegten Konsequenz das Existenzrecht Israels in Frage stellt.
Seine Antwort:

Netanjahu und seine Partei waren 1995 in der
Opposition. Wie er bereits damals die Hamas unterstützt haben soll, ist offen. Allenfalls als Oppositionspolitiker hatte er sich gegen die Politik Rabins bzw. Peres nach Rabins Ermordung ausgesprochen. Letztendlich hat er seine Oppositionsrolle angesichts der Selbstmordattentate wahrgenommen. Wie soll man den Friedensprozess unterstützen, ihn in eine positive Zukunft führen, wenn dieser von Selbstmordattentaten unterlaufen wird, erst Recht als Anhänger der Opposition? Außerdem tischte M. wieder die Mär' der entschärften Hamas-Charta auf.
Da M. von einer entschärften Charta von vor 8 Jahren spricht, kann damit nur das bereits im Beispiel Lukas gemeinte Dokument gemeint sein. In meiner Antwort erwähnte ich dies und postete die bereits hier gezeigten relevanten Auszüge. Deswegen gehe ich hierauf an dieser Stelle nicht näher ein. Meine Antwort ergänzte ich noch mit dem Hinweis, dass auch die PLO ihre Charta nicht entschärft hatte, vor allem aber fragte ich nach einem Beleg für seine Behauptung, wenn in diesem Dokument überall von "from the river to the sea" zu lesen ist, zumal die "alte" Charta laut offizieller Mitteilung der Hamas nicht außer Kraft gesetzt wurde.(1)
Er antwortete mit "Whataboutism":

Von einer expliziten Vernichtung, erst Recht nicht im Sinne einer Shoah, ist natürlich nirgends die Rede. Die Vernichtung ergibt sich aus der Zerstörung des jüdischen Staates durch die Forderung "from the river to the sea". Wissenswert, aber leider ungeklärt ist, in welche Schublade er mich und "meinesgleichen" steckt.
Detailliert legte ich in meiner Antwort dar, dass Netanjahus auch eine Mitschuld trägt, aber eben nicht die Alleinschuld an der jetzigen Situation. Eindeutig schrieb ich, dass er in meinen Augen jede palästinensische Mitschuld bestreite und schrieb, dass die Selbstmordattentate Israels Rechte einschließlich Netanjahu gestärkt hätten.

Für ihn ist aber alles "Bullshit", ich erweitere die Argumentation noch auf das Wye-Abkommen 1998, das ebenfalls von palästinensischer Seite unterlaufen wurde.

Er ging auf kein einziges Gegenargument ein bzw. ignorierte diese einfach. Diese Antwort war die letzte, danach konnte ich wegen einer Sperre nicht mehr auf seine "Argumente" eingehen. Aber letztendlich drehte man sich ohnehin nur im Kreis. Das Sperren seiner politischen Gegner ist offensichtlich eine beliebte Methode, dies machte er auch gegenüber Kritikern einer Friedensdemo, wie aus Stellungsnahmen einiger Diskutanten des Wiesbadener Friedensbündnisses auf Facebook hervorgeht. Ein kleiner Exkurs zum Hintergrund: Es gab eine Friedensdemo gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen. Der Demonstrationszug führte auch an einer Gedenkstätte für die Opfer der Shoah vorbei, es kam zu, so laut Friedensbündnis Wiesbaden, antisemitischen Ässerungen. Aus dem Lautsprecherwagen skandietre man "Free Palestine" ein. Dies wurde nicht unterbunden, obwohl diese Thematik nun absolut hat nichts mit dem Anliegen der Demonstration zu tun hatte. Der Gehweg wurde beschmiert mit einem Zitat des Verschwörungserzählers Danile Ganser. Auf der Facebookseite verteidigte M. das Vorgehen, seine Kritiker wurden gesperrt von ihm, obwohl auch das Bündnis die Vorgänge kritisierte. Auch dies zeigt, dass das Thema "Palästina" für ihn oberste Priorität hat und selbst vor einer Shoah-Gedenkstätte keinen Halt zu machen braucht.
Doch zurück zu seinem Posting hier:

Es handelt sich also um eine faschistische Regierung. Die Begrifflichkeit "autoritär" wie die von Orban in Ungarn oder die polnische unter der Pis-Regierung scheint nicht auszureichen. Dass ein Deutscher einem Juden Faschismus vorwirft, hat mehr als nur "Geschmäckle". Abgesehen davon, verharmlost dies auch den historischen Faschismus.(2)
Hier scheint durchaus Schuldabwehr eine nicht unbedeutende Rolle zu spielen, ein nicht unbedeutendes Motiv im linken Antismitismus. Ingrid Strobl resümiert selbstkritisch:
Wie unbewußt auch immer, durch die israelische Politik gegen die Palästinenser fühlten sich viele deutsche Linke befreit von jeder Verantwortung, der sie sich als Nachkommen womöglich stellen müßten. Da jedoch die Ungeheuerlichkeit der Shoah selbst für diejenigen, die sich nie näher mit ihr konfrontiert haben, so ohne weiteres nicht zu ignorieren ist, mußte sie auf Teufel komm raus relativiert werden. Zwanghaft wurde alles, was Israelis Palästinensern antaten, mit dem verglichen, was Deutsche den Juden angetan haben.
Ingrid Strobl: Im Feld des Vergessens, zitiert nach Grigat, Stephan/Stögner, Karin: Projektiver Antitionismus. Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober 2023. S. 497.
In einem weiteren Posting bestreitet er die Alleinschuld Deutschlands am 2. Weltkrieg, eine solche Behauptung wurde bisher von Holocaustleugnern und Revisionisten aufgestellt:

Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg stand die Frage der Kriegsschuld für den Zweiten Weltkrieg nie ernsthaft zur Diskussion.
Wendt, Bernd Jürgen: Deutschlands Weg in den Zweiten Weltkrieg, in: Vollnhans, Clemens: Wehrmacht–Verbrechen– Widerstand. Vier Beiträge zum nationalsozialistischen Weltanschauungskrieg. Dresden 2003, S. 9-26, hier S. 10.
Wahrscheinlich glaubt er selbst an Hitlers sg. "Prophezeihung" in seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939:
"Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa."
Hitler am 30. Januar 1939 im Reichstag
Jeder sollte wissen, dass Deutschland den Überfall auf den Sender Gleiwtz, Forsthaus Pitschen und auf das Zollhaus Hochlinden fingierte, der Allgemeinheit ist meist, da nur dieser propagandistisch ausgeschlachtet wurde, der angebliche Überfall auf den Sender Gleiwitz bekannt. Natürlich sollte man sich die Frage stellen, warum man einen Anlaß fingieren muss, wenn ohnehin andere Staaten am Ausbruch des 2. WKs mit verantwortlich sind. Warum hat NS-Deutschland nicht eben diese Aspekte propagandistisch ausgeschlachtet, sondern musste einen Anlaß fingieren?
Am Ausbruch des ersten Weltkriegs trägt Deutschland keine Alleinschuld, beim 2. Weltkrieg sieht es nun vollkommen anders aus. Es ist hier der falsche Ort, die ausschließlich von Holocuastleugnern und Revisionisten vertretenen Thesen ausführlich zu diskutieren. Nur soviel:
Schon in "Mein Kampf"(1) hatte Hitler seine Idee des Lebensraumes im Osten entworfen, er schrieb von einem großen Germanenzug, der nach Osten weisen solle. 1934 griff Bucharin diese Aussagen auf dem 17. Parteitag der KPdSU und schloss daraus: "Hitler ruft offen damit auf, unseren Staat zu zerschlagen, Hitler spricht offen über die Eroberung mit dem Schwert von anscheinend notwendigen Territorium für das deutsche Volk aus den Ländern, die unsere Sowjetunion besitzt".(2)
Hitler legt dar, dass es unumgänglich ist, dass eine Großmacht sich autark ernährt durch Landwirtschaft, wofür natürlich Grund un Boden notwendig ist. Auf den Weg dorthin muss militärische Gewalt angewendet werden, bereits die Revision des Versaillers Vertrags soll militärisch durchgesetzt werden: "Denn, dass auch die Wiederherstellung der Grenzen des Jahres 1914 nur mit Blut zu erreichen wäre, dürfte kaum für irgend jemand fraglich erscheinen. Nur kindlich-naive Geister mögen sich in dem Gedanken wiegen, auf Schleich- und Bettelwegen eine Korrektur von Versailles herbeiführen zu können."(3) Bereits im nächsten Absatz wird der Horizont über die ursprünglichen Grenzen hinaus erweitert: "Die Grenzen des Jahres 1914 bedeuten für die Zukunft der deutschen Nation gar nichts." und schließt den Kreis wieder zur Notwendigkeit des Besitzes natürlicher Ressourcen: "Demgegenüber müssen wir Nationalsozialisten unverrückbar an unserem außenpolitischen Ziel festhalten, nämlich dem deutschen Volk ihren gebührenden Grund und Boden auf dieser Erde zu sichern."(4)
Er resümiert:
"Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und wesisen den Blick nach dem Land im Osten. [...] Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken."(5)
Die zentrale Frage ist natürlich, wie man dies Ziel erreicht, denn Polen liegt dazwischen.
Es ist hier nicht notwendig, den Gang der Ereignisse exakt nachzuzeichnen.(6) Eindeutig hielt Hitler an seinem Programm der Eroberung des Lebensraumes fest. Im Vierjahresplan 1936 heisst es:
Politik ist die Führung und der Ablauf des geschichtlichen Lebenskampfes der Völker. Das Ziel dieser Kämpfe ist die Behauptung des Daseins. Auch die idealistischen Weltanschauungskämpfe besitzen ihre letzten Ursachen und erhalten ihre tiefsten Antriebe aus volklich gegebenen Lebenszwecken und Zielen. Religionen und Weltanschauungen vermögen aber solchen Kämpfen stets eine besondere Härte zu geben und verleihen ihnen daher auch eine große geschichtliche Eindringlichkeit.
Quelle: Treue, Wilhelm: Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan 1936, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 3. Jhg. (1955), S. 184-210, hier S. 206. Wichtig zu beachten ist die historische Einordnung ab S. 184.
Mit diesen einleitenden Worten wurde das Ziel des Vierjahresplans definiert. Nur Deutschland und Italien können dem Bolschewismus etwas entgegensetzen:
Europa hat zur Zeit nur zwei dem Bolschewismus gegenüber als standfest anzusehende Staaten: Deutschland und Italien. Die anderen Länder sind entweder durch ihre demokratische Lebensform zersetzt, marxistisch infiziert und damit in absehbarer Zeit selbst dem Zusammenbruch verfallen oder von autoritären Regierungen beherrscht,
deren einzige Stärke die militärischen Machtmittel sind, d. h. abe: sie sind infolge der Notwendigkeit, die Existenz ihrer Führung den eigenen Völkern gegenüber durch die Brachialmittel der Exekutive zu sichern, unfähig, diese Brachialgewalt zur Erhaltung der Staaten nach außen anzusetzen. Alle diese Länder wären unfähig, jemals einen aussichtsvollen Krieg gegen Sowjetrußland zu führen.
Ebd., S. 204f.
Hier deutet sich bereits ein Alleingang an, da andere Staaten (außer eben Italien) aus verschiedenen Gründen in Hitlers Augen ungeeignet sind, einen Krieg gegen den Bolschewismus zu führen. Italien als zu diesem Zeitpunkt noch potentieller Bündnispartner soll für den weiteren Verlauf noch bedeutend sein.
Ich stelle damit folgende Aufgabe:
I. Die deutsche Armee muß in 4 Jahren einsatzfähig sein.
II. Die deutsche Wirtschaft muß in 4 Jahren kriegsfähig sein.
Ebd., S. 210.
Die Wirtschaft wurde bereits 1936 auf einen Angriffskrieg vorbereitet. Der Vierjahresplan hatte allerdings in dieser Form nur kurzen Bestand.
Die Westmächte in Hitlers Augen hatten versagt aufgrund der schwachen Reaktion auf Italiens Angriffskrieg in Abessinien und die Intervention Deutschlands und Italiens im spanischen Bürgerkrieg. Dies entsprach durchaus Hitlers Weltbild über die Westmächte, das er im Vierjahresplan bereits darlegte ("zersetzt durch demokratische Lebensform"). Goebbels notierte in seinem Tagebuch:
"Nun wird Krieg in Abessinien unvermeidlich sein. Der Führer ist glücklich. Gibt einen Abriß der außenpolitischen Pläne: mit England ewiges Bündnis. Gutes Verhältnis Polen. [...] Dagegen nach Osten Ausweitung. Baltikum gehört uns. Osten [...] Konflikte Italien-Abessinien-England, dann Japan-Rußland vor der Tür. [...] Dann kommt unsere große historische Stunde. Wir müssen dann parart sein."
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 19. August 1935.
Formal wurde die Eroberung und Anexion im Mai 1936 durch Italien abgeschlossen.1936 vermerkte Goebbels:
"Mussolini tritt in Genf frech auf. Und er wird sich wohl durchsetzen. England ist schwach. Keine Weltmacht mehr. Schlappe Führung. Man weiß also in Zukunft, was davon zu haben ist."
Ebd., Eintrag vom 18. April 1936.
Diese Erfahrung beflügelte Hitler, seine Pläne zu modifizieren. Am 5. November 1937 lud Hitler in die Reichskanzlei zu einer Besprechung, u. a. waren anwesend.:
Das Ziel der deutschen Politik sei die Sicherung und die Erhaltung der Volksmasse und deren Vermehrung. Somit handele es sich um das Problem des Raumes.
Die deutsche Volksmasse verfüge über 85 Millionen Menschen, die nach der Anzahl der Menschen und der Geschlossenheit des Siedlungsraumes in Europa einen in sich so fest geschlossenen Rassekern darstelle, wie er in keinem anderen Land wieder anzutreffen sei und wie er andererseits das Anrecht auf größeren Lebensraum mehr als bei anderen Völkern in sich schlösse.
[...]
Zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben, dieser niemals risikolos sein. Die Kämpfe Friedrichs d. Gr. um Schlesien und die Kriege Bismarcks gegen Österreich und Frankreich seien von unerhörtem Risiko gewesen und die Schnelligkeit des preußischen Handelns 1870 habe Österreich vom Eintritt in den Krieg ferngehalten. Stelle man an die Spitze der nachfolgenden Ausführungen den Entschluß zur Anwendung von Gewalt unter Risiko, dann bleibe noch die Beantwortung der Fragen „wann“ und „wie“.
[...}
Sei die Tschechei niedergeworfen, eine gemeinsame Grenze Deutschland – Ungarn gewonnen, so könne eher mit einem neutralen Verhalten Polens in einem deutsch-französischen Konflikt gerechnet werden. Unsere Abmachungen mit Polen behielten nur solange Geltung als Deutschlands Stärke unerschüttert sei, bei deutschen Rückschlägen müsse ein Vorgehen Polens gegen Ostpreußen, vielleicht auch gegen Pommern und Schlesien in Rechnung gestellt werden.
Bei Annahme einer Entwicklung der Situation, die zu einem planmäßigen Vorgehen unsererseits in den Jahren 1943/45 führe, sei das Verhalten Frankreichs, Englands, Italiens, Polens, Rußlands voraussichtlich folgendermaßen zu beurteilen:
An sich glaube der Führer, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit England, voraussichtlich aber auch Frankreich die Tschechei bereits im Stillen abgeschrieben und sich damit abgefunden hätten, daß diese Frage eines Tages durch Deutschland bereinigt würde.
Quelle: Hoßbach-Niederschrift vom 5. November 1937
Folgende Punkte sind hervorzuheben:
Wer mit der NS-Geschichte vertraut ist, kann ahnen, warum ich in diesem Kontext die drei ertgenannten Teilnehmer an der Besprechung genannt habe: alle drei (also Blomberg, Fritsch und von Neurath) waren kurze Zeit später nicht mehr im Amt, da sie Bedenken gegen Hitlers Kriegspläne äusserten. Inhnen gingg es, dies ist wichtig festzuhalten, nicht um das "ob", sondern um das "wann" und "wie". Fritsch und Blomberg wurden entlassen, von Neurath bat kurz nach der Besprechung seinen Rücktritt an, den Hitler bewilligte.
Das Reichskriegsministerium wurde abgeschafft, es wurde das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) geschaffen, Hitler selbst übernahm die Funktion des Reichskriegsministers. Dem OKW stand Keitel vor.
Im Führererlaß vom 4. Februar 1938 heisst es:
"Erlaß über die Führung der Wehrmacht
vom 4. Februar 1938.
Die Befehlsgewalt über die gesamte Wehrmacht übe ich von jetzt an unmittelbar persönlich aus.
Das bisherige Wehrmachtamt im Reichskriegsministerium tritt mit seinen Aufgaben als „Oberkommando der Wehrmacht“ und als mein militärischer Stab unmittelbar unter meinen Befehl.
An der Spitze des Stabes des Oberkommandos der Wehrmacht steht der bisherige Chef des Wehrmachtamts als „Chef des Oberkommandos der Wehrmacht“. Er ist im Range den Reichsministern gleichgestellt.
Das Oberkommando der Wehrmacht nimmt zugleich die Geschäfte des Reichskriegsministeriums wahr, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht übt in meinem Auftrage die bisher dem Reichskriegsminister zustehenden Befugnisse aus."
Maßgebend für den Entschluß am Krieg gegen Polen waren die Erfahrungen, die Hitler im Rahmen der Sudetenkrise und der Zerschlagung der Rest-Tschechei gemacht hatte, die ihn in seinem Vorgehen bestärkten. 1938 erfolgte der Übergang von der territorialen Revision des Versailler Vertrages zur Eroberung des Lebensraumes im Osten. Hitlers Vorgehensweise lässt sich anhand der Sudetenkrise und der nachfolgenden Monate veranschaulichen.
Der Anschluss Österreichs verschaffte dem Deutschen Reich bezüglich des Vorgehens gegen die CSR einen taktischen Vorteil. Kaum war der sg. "Anschluß" vollzogen, agitierte Hitler gegen die CSR. Die Gleichschaltung des SdP (Sudetendeutsche Partei) in der CSR war faktisch abgeschlossen, als Konrad Henlein am 28. März 1938 bei Hitler vorstellig wurde. um das Vorgehen gegen die CSR zu besprechen.
In der Vortragsnotiz über den Inhalt des Gesprächs steht der bemerkenswerte Satz:
Die Tendenz der Anweisung, die der Führer Henlein gegeben hat, geht dahin, daß von Seiten der SdP Forderungen gestellt werden sollen, die für die tschechische Regierung unannehmbar sind.
Quelle: Akten zur Auswärtigen Deutschen Politik, Serie D, Band 2, Dokumentnummer 107.
Die Taktik, für seine Gegner unannehmbare Forderungen zu stellen, deren Ablehnung dann aus Hitlers Sicht einen Kriegsgrund darstellen, war gängige außenpolitische Praxis ab 1938, es (be)traf bereits Österreich, später erst Recht Polen. Aufgrund der ursprünglichen Zurückhaltung Englands und Frankreichs dachte Hitler auch, dass die Briten keinen Hinderungsgrund für seine expansionistischen Bestrebungen seien.
So wurde eine sudetendeutsche Krise stimuliert und an die CSR sehr weit gehende Forderungen, insbesondere am zukünftigen Grenzverlauf, gestellt. Derweil liefen auch die Kriegsvorbereitungen. Am 30. Mai 1938 unterwies Hitler dem OKW:
Es ist mein unabänderlicher Entschluß, die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine militärische Aktion zu zerschlagen. Spätestens bis 1. 10. 1938.
Hitler an das OKW, zitiert nach Graml, a. a. O., S. 105.
Hitler ging es weniger um die Sudetendeutschen, denn in der avisierten Resttschei gab es kaum Volksdeutsche.
Der Führer grübelt nun über die Frage Prags nach. Er hat sie im Geiste schon gelöst und teilt bereits die neuen Gaue ein.
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 10. August 1938
Wir dürfen diese Völker, vor allem diese Tschechen u.ä. Gelichter nicht hochpäppeln, wir werden sie vielmehr einmal herausdrücken. Wir wollen nicht diese Völker, sondern ihr Land.
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 22. August 1938, Hervorhebung von mir.
Großbritanien unter Chamberlain tat alles, um einen Krieg zu vermeiden. So wurde seitens England enormer Druck auf die CSR ausgeübt, aber selbst diese hieraus resultierenden Ergebnisse stellten Hitler nicht zufrieden, im Gegenteil: Er mußte nun damit rechnen, dass sich England einmischen werde.
Durch extrem zeitlich enge Ultimaten wollte Hitler einen Krieg provozieren, so dass die britische Flotte angesichts einer Kriegsgefahr am 26. September mobil machte.
Chamberlain reiste dann dreimal nach Deutschland, um einen Krieg zu vermeiden, zeigte Friedenswillen "bis zur Demütigung"(7). Hitler brachte dies lediglich die Sudetengebiete ein, aufgrund der weitgehenden Zugeständnisse konnte ein Krieg kaum noch gerechtfertigt werden. Ein weiterer Grund kam hinzu, der Hitler zu einem vorläufigen Rückzug bewegte: Italien fühlte sich nicht kriegsbereit.
Nach Hitlers Rückzug war Chamberlain zufrieden und dachte Hitler im Griff zu haben, zumal er auch erklärte, von nun an keinerlei territoriale Ansprüche mehr zu stellen.
Goebbels notierte in seinen Tagebüchern:
"Aber England steht unserem expansiven Drang entgegen."
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 21. August 1938.
Zehn Tage später notiert er:
"In London ist unterdeß die Spannung bis zur Siedehitze gestiegen. Man weiß offenbar nicht mehr aus noch ein. Also abwarten und die Nerven behalten. Der englische Kabinettsrat hat getagt. Er schwimmt ganz im Prager Fahrwasser. Macht sich die tschechischen Argumente zu eigen und spricht von Prags großem Entgegenkommen. Typisch englisch. London steht immer dem deutschen Interessenanspruch im Wege. So auch diesmal. Es ist eine Schande, wie die Engländer immer germanische Interessen verraten und sich deutschem Ausdehnungszwang entgegenstellen."
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 31. August 1938, Hervorhebung von mir.
Ein Ergebnis des Münchener Abkommens war, dass die endgültige Grenzziehung einer Kommission überlassen wurde. Zunächst waren hier auch GEngland und Frankreich beteiligt, die aber alsbald resigniert die Konsultationen verliessen. Auch die Tschechei traute sich nicht, öffentlich ihren Unmut zu äußern. In einer vertraulichen Nachricht an England schrieb Mastny, dass die deutschen Forderungen weit über das Münchener Abkommen hinaus gingen (8).
Die Lage wurde seitens Deutschland weiter propagandistisch aufgeheizt, die Rest-Tschechei sollte ein Vasall Deutschlands werden, man verlangte sogar die faktische Auflösung der Armee:
Die Tschechoslowakei müsse in allem mit Deutschland verbunden sein, wobei sie völkisch natürlich ein Eigenleben führen solle. Jegliche Argumentation über eine geschichtliche Entwicklung sei ein gymnasiastischer Unsinn. [...] Er rate dem Außenminister, alles zu beseitigen, was dieser Tendenz Nahrung geben könne. Auch die Armee solle er auf ein vernünftiges Maß bringen, da sie doch keine Rolle spiele. Mit den tschechischen Waffen könne man keinen Krieg führen, höchstens Befestigungen und ein paar verlorene Posten garnieren, aber nicht einer modernen Armee wie der deutschen gegenübertreten.
Niederschrift über den Empfang des tschechichen Außenministers am 21. Januar 1939, angefertigt vom Legislationsrats Hewel (Reichsaußenministrium), Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Bd. 4, Dokumentnummer 158.
Die Lage spitze sich weiter zu, Göring drohte mit Bomenangriffen auf Prag am 15. März in der Nacht während einer Konsultation Hachas bei Hitler, so dass am 15. März deujtsche Truppen in Prag einmarschierten, die Rest-Tschechei zerschlagen war.
London erklärte den Bruch des Münchener Abkommens, die Proteste englands wurden nich mehr ernst genommen:
"Böhmen und Mähren ist für London und Paris nur ein Vorwand zu intensiver Aufrüstung. [...] Ich lasse gegen Chamberlain in der Presse scharf polemisieren. Am Nachmittag kommt eine scharfe amtliche Erklärung aus London. Das Münchener Abkommen sei gebrochen. England erkenne die Neuordnung in Böhmen und Mähren nicht an. Aber das ist wohl nur Theaterdonner. Was wollen denn diese Demokraten noch außer protestieren. Das ist nur hysterisches Geschrei post festum, das uns ganz kalt läßt."
Goebbels, Joseph: Tagebucheintrag vom 19. März 1939
Die englische Reaktion war allerdings durchaus moderater, allerdings ablehend. Chamberlain erklärte am 15. März 1939, noch wurde vermieden, das Vorgehen Deutschland als Bruch zu bezeichnen.
"A further point which I would make is this: Hitherto the German Government in extending the area of their military control have defended their action by the contention that they were only incorporating in the Reich neighbouring masses of people of German race. Now for the first time they are effecting a military occupation of territory inhabited by people with whom they have no racial connection. These events cannot fail to be a cause of disturbance to the international situation. They are bound to administer a shock to confidence, all the more regrettable because confidence was beginning to revive and to offer a prospect of concrete measures which would be of general benefit."
Chamberlain vor dem britischen Unterhaus am 15. März 1939, Lords Sitting of 15 March 1939 Series 5 Vol. 112, zitiert nach britischer Onlinequelle, zuletzt eingesehen am 25. 6. 2026. Hervorhebung von mir.
Es war die Rede von Vertrauensverlust und vor allem fiel auf, dass hier ein Gebiet okkupiert wurde, mit dem die Deutschen "no racial connection" hatten.
Hitler nutzte die Machtdemonstration in Böhmen und Mähren, um die Drohkulisse gegenüber Polen weiter auszubauen. Dies widerum bestärkte insbesondere England, Polen zu unterstützen. Die Krise wurde seitens Deutschland forciert durch Forderungen, auf die Polen nie und nimmer hätte eingehen können.
Offizieller Streitpunkt war die freie Stadt Danzig, die nach dem Versailler Vertrag eine Exklave war und einen Sonderstatus inne hatte. Diese sollte wieder dem Deutschen Reich zufallen (der Exklave Ostpreußen), eine Verbindung sollte der sg. Korridor schaffen. Der Korridor allerdings hätte Polen den Zugang zur Ostsee verwehrt.

Schon zehn Tage nach der Rede Chamberlains traf Hitler die Entscheidung, vorbereitende Maßnahmen zum Überfall auf Polen zu treffen.
"Vorläufig beabsichtigt Führer nicht, die poln[ische] Frage zu lösen. Sie soll nun aber bearbeitet werden. Eine in naher Zukunft erfolgende Lösung müßte besonders günstige politische] Voraussetzungen haben. Polen soll dann so niedergeschlagen werden, daß es in den nächsten Jahrzehnten als politischer] Faktor nicht mehr in Rechnung gestellt werden brauchte. Der Führer denkt bei dieser Lösung an eine vom Ostrand Ostpr[eußens] bis zur Ostspitze Schlesiens vorgeschobene Grenze. Aus- und Umsiedlung sind noch offenstehende Frage. In die Ukraine will der Führer n i c h t hinein. Evtl. könne man einen ukrainischen Staat errichten. Aber auch diese Fragen ständen noch offen."
Weisung Hitlers vom 25. März 1939 an den Oberbefehlshaber des Heeres, Quelle: Akten zur deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band 6, Dokumentnummer 99.
Hier ist es wichtig, zwischen"Danziger Frage" und "polnischer Frage" zu unterscheiden, denn die Danziger Frage wurde im selben Vortrag separat behandelt. Zweifellos sollte die Danziger Frage die günstige politische Voraussetzung zur Lösung der polnischen Frage sein.
Polen wurde immer mehr unter Druck gesetzt, der Nichtangriffspakt von 1934 seitens Deutschlands gekündigt. Deutschland suchte erneut Unterstützung in Italien. Italien musste ein wenig beruhigt werden, man befürchtete, dass Deutschland auch in italinenischen Gefilden (Kroatien) wildern wolle. und hatte selbst vor den italienischen Politikern die selben propagandistischen Argumente vorgebracht bezüglich der Zerschlagung der Rest-Tschechei:
"Diese Vorwände taugen vielleicht für die Propaganda von Goebbels, wenn man aber mit uns spricht, sollte man sich solches Geschwätz ersparen."
Am 23. Mai 1939 legte Hitler seine Gedanken, erneut ging es um Lebensraum und vor allem darum, dass "Danzig" nur ein Aufhänger sein sollte:
"Die Engländer fürchten eine wirtschaftliche Gefährdung mehr als eine gewöhnliche Drohung durch Macht.
Die 80 Millionen Masse hat die ideellen Probleme gelöst. Die wirtschaftlichen Probleme müssen auch gelöst werden. Um die Schaffung der wirtschaftlichen Voraussetzungen hierzu kommt kein Deutscher herum. Zur Lösung der Probleme gehört Mut. Es darf nicht der Grundsatz gelten, sich durch Anpassung an die Umstände einer Lösung der Probleme zu entziehen. Es heißt vielmehr die Umstände den Forderungen anpassen. Ohne Einbruch in fremde Staaten oder Angreifen fremden Eigentums ist dies nicht möglich.
Der Lebensraum, der staatl. Größe angemessen, ist die Grundlage für jede Macht. Eine Zeit lang kann man Verzicht leisten, dann aber kommt die Lösung der Probleme so oder so. Es bleibt die Wahl zwischen Aufstieg oder Abstieg. In 15 oder 20 Jahren wird für uns die Lösung zwangsweise notwendig. Länger kann sich kein deutscher Staatsmann um die Frage herumdrücken.[...] Der Pole ist kein zusätzlicher Feind. Polen wird immer auf der Seite unserer Gegner stehen. Trotz Freundschaftsabkommen hat in Polen immer die innere Absicht bestanden, jede Gelegenheit gegen uns auszunutzen.
Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung, sowie der Lösung des Baltikum-Problems. Lebensmittelversorgung ist nur von dort möglich, wo geringe Besiedelung herrscht. Neben der Fruchtbarkeit wird die deutsche, gründliche Bewirtschaftung die Überschüsse gewaltig steigern.
In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen."
Hitler vor den Führungsspitzen der Wehrmacht am 23. Mai 1939, Nürnberger Dokument, Nürnber Dokument L-79
Nach der Unterzeichnung des sg. "Stahlpakts" am 22. Mai 1939 mit Italien, das im Kriegsfall gegenseitige Unterstützung versprach, machte Italien am 30. Mai erneut klar, dass es zur Zeit sich nicht an einem Krieg beteiligen könne. Italien dämmerte es bereits seit geraumer Zeit, dass es einen militärischen Konflikt mit Polen geben wird.(9)
Am 6. Juli trafen sich der italienische Botschafter Attolico und Ribbentrop, Ribbentrop äusserte "Polen zu zerquetschen innerhalb von 48 Stunden", die Danziger Frage sei in Warschau zu lösen. Im weiteren Gesprächsverlauf legte Ribbentrop die vermeintliche militärische Schwäche Englands und Frankreichs dar, betonte den Westwall und die militärische Überlegenheit Deutschlands, um Italien vom Kriegseintritt zu überzeugen(10). Italien fand schließlich einen diplomatischen Weg, um sich aus dem unmittelbaren Kriegsgeschehen herauszuhalten.
Am 12. und 13. August trafen sich Attolico und der italienische Außenminister Ciano erneut mit Ribbentrop, der seinen Kriegswillen unmißverständlich gesteigert hatte.
"Es war alles vergebens. Hitlers Kriegswille zeigte sich in der Tat, wie Ciano konstatierte, keinem Argument mehr zugänglich."
Graml, Hermann: a. a. O., S. 235
Am 19. August wurde der Duce darüber informiert, dass die Entscheidung zum Angriff auf Polen getroffen und nicht widerrufen werde. Ferner ging Hitler davon aus, dass der Feldzug lokal auf Polen begrenzt bleibe aufgrund der Schwäche Englands, behielt sich aber auch vor, dass wenn die Achsenmächte von England und Frankreich angegriffen werden würde, es keine bessere Gelegenheit gebe für einen Feldzug(11).
Mit anderen Worten: Egal, ob England und Frankreich eingreifen, ein Krieg findet stattt.
Die Sowjetunion war bereits seit dem Münchener Abkommen verunsichert. Denn einerseits kannta man Hitlers ideologischen Antibolschewismus, anderseits zeigte das Abkommen mit der seichten Appeasementpolitik, dass die Westmächte der Expansion im Osten nichts entgegensetzten Schon nach dem Münchener Abkommen sendete die Sowjetunion sanfte Signale der Annäherung, die Deutschland angesichts der Lage aufgriff. Mit der Unterzeichnung des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes am 23. bzw. 24. August (die Unterzeichnung erfolgte nach Mitternacht), hatte Deutschland den Rücken frei im Osten.
Selbstverständlich liefen bereits im Hintergrund kriegsvorbereitende Maßnahmen. Ein Anlaß für den Krieg musste fingiert werden, bekannt ist der angebliche Überfall auf den Sender Gleiwitz. Bereits am 8. August fand hier eine Sitzung statt unter dem Vorsitz von Reinhard Heydrich, (12) Aus dem KZ Sachsenhausen wählte man Häftlinge aus, die man tötete und diese in polnischen Uniformen steckte.(13)
Am 22. August äusserte sich HiItler auf dem Obersalzberg gegenüber dem OKW:
"Ich werde propagandistischen Anlaß zur Auslösung des Krieges geben, gleichgültig, ob glaubhaft. Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht.[...] Kein Mitleid. Brutales Vorgehen. (80 Mill. Menschen müssen ihr Recht bekommen. Die Existenz muss gesichert werden. Der Stärkere hat das Recht. Größte Härte."
Quelle: Besprechung auf dem Obersalzberg am 22. August 1939, IMT PS-1014. Eine historische Einordnung und Quellenkritik findet sich Baumgarten, Winfried: Zur Ansprache Hitlers vor den Führern der Wehrmacht am 22. August 1939, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 16. Jhg., (1968), Heft 2, S. 120-149.
Vor Ort allerdings wich man im Rahmen der Vorbereitung des fingierten Überfalls auf den Sender Gleiwitz von den ursprünglichen Plänen ab, dennoch wurde hier der propagandistische Anlaß fingiert:
"Er lieferte den von Hitler den Generalen angekündigten „propagandistischen Anlaß" zum Kriege"
Runzheimer, Jürgen: Der Überfall auf den Sender Gleiwitz im Jahre 1939, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 10. Jhg. (1962), Bd. 4, S. 408-426, hier S. 426.
Eine Angst trieb Hitler noch um:
"Ich habe nur Angst, daß mir noch im letzten Moment irgendein Schweinehund einen Vermittlungsplan vorlegt."
Quelle: Besprechung auf dem Obersalzberg am 22. August 1939, IMT PS-1014.
Mit dieser Angst spielte Hitler auf das Münchener Abkommen an, das im letzten Moment einen Krieg vereitelte, da England der CSR größte Zugeständnisse abnötigte, um einen Waffengang zu vermeiden. Allerdings hatte Hitlers Bruch des Abkommens England und Frankreich gezeigt, dass man sich nicht auf deutsche Vereinbarungen verlassen könne. England und Frankreich sahen zu Recht keinen Anlaß, in irgend einer Weise mäßigend einwirken zu können.
England und Frankreich unterzeichneten schließlich den Beistandspakt mit Polen als Reaktion auf den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt. Es kam so, wie Hitler es immer wollte: Der Osten Europas wurde militärisch erobert.
Am 23. November resümierte Hitler gegenüber den Oberbefehlshabern der Wehrmacht:
Ein Jahr später kam Österreich, auch dieser Schritt wurde für sehr bedenklich angesehen. Er brachte eine wesentliche Stärkung des Reichs. Der nächste Schritt war Böhmen, Mähren und Polen. Aber dieser Schritt war nicht in einem Zuge zu tun. Zunächst musste im Westen der Westwall fertiggestellt werden. Es war nicht möglich, das Ziel in einem Anhieb zu erreichen. Vom ersten Augenblick an war mir klar, dass ich mich nicht mit dem sudetendeutschen Gebiet begnügen könnte. Es war nur eine Teil-Lösung. Der Entschluss zum Einmarsch in Böhmen war gefaßt. Dann kam die Errichtung des Protektorats, und damit war die Grundlage für die Eroberung Polens gelegt, aber ich war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht im Klaren, ob ich erst gegen den Osten und dann gegen den Westen oder umgekehrt vorgehen sollte.
Adolf Hitler in einer Rede vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht am 23. 11. 1939, Nürnberger Dokument PS-789.
Angesichts der nachgewiesenen Drohkulissen, angesichts der Tatsache, dass Hitler immer einen Krieg im Osten wollte, war der 2. Weltkrieg unvermeidlich, die Schuld liegt eindeutig allein an Hitler und seinen Gefolgsleuten. Den einzigen Vorwurf, den man anderen Mächten in Europa machen kann, ist, dass sie Hitlers wahren Absichten nicht erkannten oder wahr haben wollten. Sie hätten, aber auch dies wäre in einen Krieg geendet, Hitlerdeutschland bereits viel früher die Grenzen aufzeigen sollen.
"Indessen boten die britische Haltung und das polnische Verhalten der Hitlerschen Taktik lediglich einige willkommenen Handhaben. Fühlbarer Einfluß auf den Gang der Ereignisse kam ihnen nicht zu, und zwar nicht einmal in dem Sinne, daß es Hitler und Ribbentrop gelungen wäre, den eigenen Kriegswillen hinter den - teils unvermeidlichen, teils vermeidbaren - Schönheitsfehlern der britsich-polnischen politik zu verstecken. Es gab einfach keine Taktik, mit der ein so konsequenter und brutaler Wile zum Krieg hätte bemäntelt oder völlig getarnt werden können."
Graml, Hermann: a. a. O., S. 302.
Insbesondere Chamberlain kommt dem unbeabsichtigten Verdienst zu, Hitlers Taktik entlarvt zu haben:
"Auch vollbrachte die Chamberlainsche Politik eine wichtige - wenn auch unbeabsichtigte - Leistung: sie entlarvte Hitler. Ohne eine Periode der Konzessionen wäre der Welt für den unausweichlichen Konflikt nie die Gewisheit gegeben worden, dass es Hitler eben nicht um Revision ging, sondern zumindst um die Verwirklichung des in "Mein Kampf" formulierten Programms und offenbar noch darüber hinaus um eine nicht mehr geographisch bestimmbare Machterweiterung."
Ebd., S. 100.
Anmerkungen:
(1) Aussagen aus "Mein Kampf" beziehen sich auf die vom Institut für Zeitgeschichte herausgegebene kritische Edition: Hartmann, Christian/Vordermeyer, Thomas/Plöckinger, Othmar/Töppel, Roman (Hrsg.): Hitler, mein Kampf. Eine kritische Edition, 2 Bde., München/Berlin 2016.
(2) Ebd., 2. Band, S. 1625
(3) Ebd., S. 1649
(4) Ebd., S. 1651, im Original ebenfalls kursiv
(5) Ebd., S. 1657
(6) Wer dies ausführlich nachlesen möchte: Graml, Hermann: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939 (=Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte Bd. 29); Kley, Stephan: Hitler, Ribbentrop und die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs, Paderborn u. a. 1996 und Kershaw, Ian: Hitler, 2 Bde, Stuttgart 2000, hierfür Bd. 2, S.215ff.
(7) Graml, Hermann: a. a. O., S. 106.
(8) Vgl. ebd., S. 110.
(9) Vgl. ebd., S. 221f
(10) Vgl. ebd., S.225f.
(11) Vgl. ebd., S. 240.
(12) Vgl. "Gestapo-Müller". Die Karriere eines Schreibtischtäters, Berlin 1996, S. 108ff.
(13) S. Aktion "Konservendose", vgl. Spieß/Lichtenstein: Aktion Tannenberg. Der Anlaß zum Zweiten Weltkrieg, Wiesbaden und München 1979, hier S. 69ff.
Zurück zum Ursprungsposting:
Mit der Aussage, sich seit 35 Jahrten mit dem Konflikt zu beschäftigen, versucht er, sich als Experten zu generieren und seine Argumente unantastbar zu machen.
Aber immerhin begrenzt er hier erneut die Verantwortung auf Netanjahu. Allerdings steht er nur pars pro toto für "die Juden", was aus anderen Postings in seinem Instagramprofil hervorgeht.
In seinem Profil postete er neben einer alten Dokumentation über den Gazastreifen einen etwas längeren Kommentar. Dies Posting beinhaltet mehrere inhaltlich unterschiedliche Absätze, die auch optisch deutlich voneinander getrennt sind. Es ist lohnenswert, sich diese separat anzuschauen:

Er macht also einen Schnitt mit dem 67er Krieg sg. "Sechstagekrieg". Die Ursache in Kurzform:
Im August 1988 übrigens hatte Jordanien seine Ansprüche auf die Gebiete verzichtet, die Palästinenser dort waren seitdem offiziell staatenlos, da Jordanien auch ihre Staatsbürgerschaft entzog. Offiziell wollte Jordanien mit diesem Schritt die Palästinenser in ihre Selbständigkeit führen, nicht mehr die politische Verantwortung übernehmen.
Angesichts dieser Ereignisse kann man von Planung wohl kaum sprechen, ebenso nicht von einer offenen Vertreibung im Westjordanland. Wer wird denn jetzt aktuell im Westjordanland vertrieben und wohin? Allerdings hat er mit der Aussage nicht unrecht, dass ein eigener Staat für die Palästinenser schwer möglich ist, da aufgrund der forcierten Siedlungspolitik das Gebiet sehr zergliedert ist und man kaum ein geschlossenes Territorium für Palästinenser schaffen kann ohne jüdische Siedlungen aufzugeben.
Sehr viel erschreckender ist jedoch die Aussage, dass die Palästinenser jedes Recht (sic!) hätten, sich zu wehren, zumal er ja auch Bezug nimmt auf dem 7. Oktober 2023. Somit wird dieses Verbrechen, welches tatsächlich ein Menschheitsverbrechen bzw. Völkerrechtsbruch war, gerechtfertigt. Hier wird einmal mehr der Täter zum Opfer gemacht, Israel als der Alleinschuldige verurteilt. Offen ist auch, wie Netanjahu als Oppositionspolitiker die Hamas gefördert haben soll. Aber ahistorisch arbeitet M. häufiger, dies hatte ich schon weiter oben angemerkt.

Jetzt kommt ein neuer Aspekt hinzu, das Menschheitsverbrechen sei durchkommerzialisiert. Hier erscheint das Stereotyp eines raffgierigen Juden, der die Welt unter sich aufteilt, zumal auch Kusnher Jude ist.
Das Gas wurde schon vor zwanzig Jahren entdeckt. Seitdem spielt es auch für den Friedensprozess eine nicht unwesentliche Rolle. Wesentliche historische Aspekte werden verschwiegen, damit das Weltbild passt. Jemand, der von sich behauptet, ein Nahost-Experte zu sein und sich seit 35 Jahren damit beschäftigt, sollte von der längeren Existenz des Gasvorkommens wissen.
Das Gasfeld befindet sich 20 Seemeilen vor Gazas Küste, Arafat feierte es damals als "Geschenk Gottes".(3) Netanjahu hatte noch im Juni 2023 der Nutzung durch die palästinensische Autonomiebehörde zugestimmt unter der Voraussetzung, Israels Sicherheit zu garantieren.(4)
Aus bekannten Gründen kam man hier nicht weiter. In den Jahren seit der Entdeckung und der Gründung von "Gaza Marine " im Jahr 2000 bis 2023 gab es sehr viel Gerangel um die politische Ausgestaltung, auch aufgrund verschiedener sich widersprechenden Kompetenzen. Die letzte Firma, die eine Lizenz hatte, gab diese mangels Nutzungsmöglichkeiten an die palästinensische Autonomiebehörde zurück.(5)
M. allerdings suggeriert, dass nach der Entdeckung des Gasvorkommens man die Ressource unter sich (amerikanischen und israelischen Juden) aufgeteilt habe, bereits Grundstücke für Hotels verplant sind.
Israel bzw. Juden und die USA, dies erinnert (siehe oben) an das sg. "internationale Finanzjudentum)" (siehe oben). Ist dies etwa der Grund, warum M. der Meinung ist, dass der 2. WK nicht von Deutschland allein zu verantworten sei?
Was liegt da näher, störende Gebäude wegzubomben und die einheimische Bevölkerung zu vertreiben, um dies Ziel zu erreichen? So ist jedenfalls die Lesart M. zu interpretieren. Zugleich suggeriert er, dass andere Abkommen mit Libyen oder den Sudan geschlossen werden, um die Flüchtlinge aufzunehmen. Wenn dies so wäre, könnte man tatsächlich von Genozid sprechen. Allerdings nehmen diese Staaten diese Flüchtlinge nicht auf. Es gab bisher keine ernsthaften Gespräche oder Konsultationen, um dies Ziel zu erreichen. Es ist eine typische Luftblase eines amerikanischen Präsidenten, die von M. auf die Goldwaage gelegt wird, weil dies sein antisemitisches Weltbild entspricht.
Er schließt seinen Beitrag wie folgt ab:

Hier deutet sich schon an, dass es nicht nur Netanjahus Politik ist, die ihn stört. Denn wer sind "sie"? "Sie stehen zumindest für "das absolut Böse". Etwas für absolut zu halten, bedeutet, dass diese Grenze nicht überschritten werden kann, andere Bösartigkeiten diesseits der Skala liegen. Für M. ist es also unvorstellbar, dass es zukünftig noch grössere Bösartigkeiten gibt, dass das Massaker vom 7. Oktober - dies schreibt er ja bereits zu Beginn - nicht nur legitim, sondern ebenfalls weniger bösartig ist. Die Shoah ist vermutlich auch weniger bösartig. Allerdings meidet M. jeden Austausch hierüber, was kaum verwundern sollte.
Bisher konnte man annehmen, dass es M. eher um die aktuellere Politik geht, insbesondere weil er Netanjahu im Visier hat, zumindest die seit Mitte der 90er. Seine Aussage, dass dies "alles von langer Hand geplant" sei, lässt sich aber durch ein weiteres Posting präzisieren:

Mit seinen einleitenden Worten zeigt er, dass er Israel von der Landkarte entfernt sehen möchte. Auch hier eine Täter-Opfer-Umkehr. Es waren die angrenzenden arabischen Staaten, die Israel, nachdem der Staat gegründet wurde, den Krieg erklärten. Dies hält er für eine "Mär', die den Tatsachen nicht stand halten würde. Israel wurde seiner Meinung nach von vornherein mit Vertreibungsabsichten gegründet.
M. verschweigt, dass:
"Am 29. November 1947 stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit 33 zu 13 Stimmen (zehn Mitglieder enthielten sich der Stimme) der Teilung zu, wobei die Juden in etwa 55 Prozent des Landes (ein Großteil des zugewiesenen Gebietes war Wüste) und die Araber etw 40 Prozent erhalten sollten.; Jerusalem und Bethlehem sollten wegen ihrer einzigartigen, multikonfessionellen religiösen Bedeutung eine separate Enklave unter internationaler Kontrolle bilden. Der Jischuv begrüßte die Resolution mit Freude, und seine gewählten Vertreter kündigten sofort ihre Annahme an; die palästinensich-arabischen Führer, angeführt von dem im Exil lebenden Chef des arabischen Hohen Komitees Husseini, lehnten die Teilung ab und begannnen mit einem dreitägigen Generalstreik, der von einer Welle antijüdischen Terrors in den Städten und in den Straßen begleitet wurde. Die arabischen Staaten folgten Husseinis Aufruf, lehnten die Teilung ab und schickten Freiwillige, Waffen und Geld, um den Palästinensern zu helfen."
Morris, Benny: Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems. Eine Neubetrachtung, Leipzig 2025, S. 43.
An dieser Stelle kann nicht der Krieg von 1948 referiert werden, nur soviel:
Ägyptische Truppen drangen fast bis Tel Aviv vor, der Generalsekretär der Arabischen Liga sagte am 15. Mai 1948, zum Auftakt des Krieges:
"Dies wird ein Ausrottungskrieg und ein richtiges Massaker sein, von dem man wie von dem mongolischen Massaker und den Kreuzzügen sprechen wird."
Der Generalsekretär der Arabischen Liga Abd ar-Rahman Azzam, zitiert nach Glasneck, Johannes/Timm, Angelika: Israel. Die Geschichte des Staates seit seiner Gründung, 2. Auflage, Bonn 1994, S. 63.
Der UN-Sicherheitsrat erreichte eine Feuerpause vom Juni bis Juli 1948, die aber an den arabischen Staaten scheiterte. Der Grossmufti in Gaza rief eine Regierung für ganz Palästina aus, dieser Grossmufti wurde von Großbritanniern protegiert und war NS-Kollaborateur, es handelt sich um Hadj Amin Al-Hussaini. Er stieg an die Spitze des Arabischen Hochkommitees in Palästina auf.(7) In seiner Position rief er dann am 20. September eine Regierung für ganz Palästina aus.(8)
M. bedient antisemitische Muster, Israels Politik unter Netanjahu ist der Alleinschuldige. Natürlich gibt es an Netanjahus Politik zu Recht viel zu kritisieren, auch schon lange vor dem 7. Oktober 2023, insbesondere seine Siedlungspolitik ist für eine Friedenslösung mehr als kontraproduktiv. Mit dem Ausbau der Siedlungen verfolgt(e) er seine eigene Agenda.
Allerdings: Jede noch so geringe Mitverantwortung der Palästinenser wird ignoriert, sogar die unbestrittene Tatsache, dass die Selbstmordattentate der 90er Israels Rechte und damit auch Netanjahu gestärkt haben, wird ignoriert. So verwundert es kaum, dass er den linken Mythos, die Hamas habe ihre Charta entschärft, rezipiert, ein Mythos, der in gängiger Fachliteratur selbst von palästinenserfreundlichen Autoren wie zum Beispiel Helga Baumgarten widerlegt ist.
"Festzuhalten ist also, dass die Hamas Israel nur de facto, nicht die iure anerkennt. Israels reale Existenz als solche wird akzeptiert, seine Legitimität und sein 'Existenz-Recht' aber nicht."
Baumgarten, Helga: Widerstand in Palästina. Was wollen Hamas und Fatah?, Neuauflage Basel 2025, S. 251.
Er lebt die Dichotomie des grundsätzlich guten Palästinensers und bösen Israelis. Netanjahu ist der böse, der selbst den 7. Oktober 2023 zu verantworten habe, eine klassische Täter-Opfer-Umkehr. Aber auch dies ist in postkolonialen Theorien bereits angelegt, die Taten der Hamas erscheinen dort als Ausdruck legitimen Widerstandes. Dies behauptet M. ("jedes Recht)"gar selbst in seinem hier gezeigten zusätzlichen Posting.
Seine Kritik an Israel beschränkt sich offensichtlich nicht auf die Zeit Netanjahus, Siedlungspolitik wird generell als zionistisch und rassistisch betrachtet, damit natürlich auch die Staatsgründung selbst, so wie es (post)kolonialen Theorien inhärent ist.
Bezieht man noch weitere Aussagen aus anderen Postings ein, erhärtet sich der Vorwurf des Antisemitismus, der Völkermord sei schon lange geplant und wird ausserdem mit der (Aus)nutzung entdeckter Gasvorkommen verbunden, typisches koloniales Verhalten. Alle Details und Hintergründe zu dem Gasvorkommen werden ignoriert. Mit der angeblichen Aufteilung wird auch das antisemitische Bild des raffgierigen Juden bedient, zumal auch Kushner selbst Jude ist.
Netanjahu erscheint als die Inkarnation des bösen Juden, Israels Existenz wird über den Umweg postkolonialer Theorien bestritten, die Shoah als "Trigger" der Staatsgründung dethematisiert. Dies muss er auch tun, da er sich nicht strafbar machen möchte. Deswegen scheut er das Thema "Shoah" wie der Teufel das Weihwasser. Kommunikationstheoretisch wird die Tabuzone erweitert: Er muss die Bedeutung der Shoah herunterspielen, um Kolonisationstheorien aufrecht zu halten, um den Zionismus und Israel seit der Staatsgründung verteufeln zu können. Aus rechtlichen Gründen ist dies aber eben nicht ohne Weiteres möglich, weil dann möglicherweise die Strafbarkeit nach §130 StGB (Volksverhetzung) gegeben wäre.
Die Ursachen, die zum 48er Krieg, dem sg. "Unabhängigkeitskrieg" führten, werden als "Mär'" abgetan. Schon oberflächlich betrachtet kann es hier keinen Alleinschuldigen geben: Der 2. Weltkrieg war beendet, der Kalte Krieg hatte bereits begonnen und seinen ersten Höhepunkt erreicht. Die Großmächte versuchten natürlich, ihren Einfluss geltend zu machen, gleichzeitig standen das Selbstbestimmungsrecht des jüdischen Volkes und der Palästinenser im Raum, so dass eine Großmacht - Großbritannien - zu schmerzlichen Kompromissen bereit sein musste. Um den Einfluss nicht zu verlieren, wehrte man sich gegen nationalstaatliche Bestrebungen der Juden und Palästinenser. Hinzu kamen lokale Rivalitäten:
"Die Besetzung arabischer Gebiete durch Israel, die Annexion von Ost-Palästina und der Altstadt von Jerusalem durch Jordanien sowie die Unterstellung des Gazastreifens unter ägyptische Verwaltung hatten die Entstehung eines arabischen Staates in Palästina, wie es die UNO-Resolution vom 29. November 1947 vorgesehen hatte, unmöglich gemacht. Die einander widersprechenden Hegemonialziele der arabischen Monarchen, die sich gegen die Interessen der Palästinenser richteten, waren die Hauptursache für die schwere politische und militärische Niederlage der arabischen Staaten 1948/49."
Glasneck, Johannes/Timm, Angelika: Israel. Die Geschichte des Staates seit seiner Gründung, 2. Auflage, Bonn 1994, S. 70.
Um das komplexe Gemengengelage, das zum israelischen Unabhängigkeitskrieg führte, mit einem Federstrich als "Mär'" abzutun, bedarf es eines in sich geschlossenen Weltbildes. Diese Fakten können nicht ignoriert werden, müssen sie aber, um das Weltbild des alleinschuldigen Juden aufrecht zu erhalten. Die einzige Möglichkeit ist, Gegenargumente zu ignorieren, sie als "Mär'" zu diffamieren. Kein seriöser Historiker, auch keine palästinenserfreundlichen, würden M.s Aussagen unterschreiben.
Bereits mit der Gleichsetzung der Regierung unter Netanjahu mit einem faschistischen Regime diskreditiert er sich selbst. Für die von der Erinnerungskultur an die Shoah beschädigte Seele ist es eine Befreiung, Juden - und seien es nur die unter Netanjahu - als Faschisten bezeichnen zu können. Wie beschrieb Zvi Rex so treffend: "Auschwitz werden uns die Deutschen nie verzeihen." Inzwischen muss man auch davon sprechen, dass die Deutschen den Juden den 7. Oktober 2023 ebenfalls nicht verzeihen werden.
In der Gesamtschau kann man M. als Antisemiten bezeichnen. Er erfüllt wesentliche antisemitischen Kriterien. Verzerrung der Realität, auch unter Weglassung historischer Tatsachen, Dämonisierung, Täter-Opfer-Umkehr und eine absolute Monoperspektive.
Israel verkörpert das absolut Böse, das an allen Übeln der Welt Schuld ist. In einem Facebook-Post schrieb er, macht er Israel verantwortlich für die weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten als Folge des Krieges gegen den Iran. Die Schwierigkeiten sind allerdings Folge der völkerrechtswidrigen Sperrung der Straße von Hormus., ein Armutszeugnis für jemanden, der von sich behauptet, Kenntnisse über "Geopolitik" zu verfügen. Die Rechtswidrigkeit der iranischen Sperre verschweigt M., ursächlich ist allein Israel und die USA:

Auch wenn ein Staat völkerrechtswidrig angegriffen wird, resultiert hieraus keineswegs, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, erst Recht nicht, wenn völkerrechtswidrige Reaktionen unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaft zieht. M. zeigt hier ein sehr fragwürdiges Bild seines geopolitischen Verständnisses.
Israel als "genozidaler Apartheidsstaat" ist verantwortlich für die Geiselhaft der Weltwirtschaft und dies ist ein "schweres Verbrechen an der Menschheit" insgesamt. Das haben bereits die Nationalsozialisten behauptet, bekannt sind in diesen Zusammenhang auch der Vorwurf, dass die Rothschilds die Geschicke der Welt zu ihrem eigenen Interesse lenken:

Quelle: Johannes Valentin Schwarz: Antisemitische Karikaturen und Cartoons Fremdbilder – Selbstbilder, aus der Didaktikmappe zur Ausstellung: Antijüdischer Nippes, populäre Judenbilder und aktuelle Verschwörungstheorien, JMH – 2005, PDF, online unter "Politik lernen", zuletzt eingesehen am 25. 4. 2026
In der arabischen Welt sind diese Metaphern auch in moderner Form zu finden:

Hier schlitzt ein orthodoxer Jude ein palästinensisches Kind auf, die Fahne suggeriert amerikanische Zustimmung.

Bis heute fehlen Nachweise des Genozids. Es gibt Anklagen vor dem IStgh, aber es fehlen Beweise, erst Recht ein Urteil. Der Chefankläger des ISttGH erklärte in einem Interview mit der New York Times, dass es keine Beweise gäbe. Hervorzuheben sind folgende Aspekte:
Sein Vergleich mit Ruanda, deutsche Tote durch Bombardements der Alliierten in Dresden und Hamburg, aber auch der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 verdeutlichen den Unterschied:
Kurz gesagt, die erste Frage, die der anti-israelische Völkermord-Chor beantworten muss, lautet: Warum ist die Zahl der Todesopfer nicht höher?
Die Antwort lautet natürlich, dass Israel offensichtlich keinen Völkermord begeht – ein rechtlich spezifischer und moralisch aufgeladener Begriff, der in der Völkermordkonvention der Vereinten Nationen definiert wird als die „Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“.
Beachten Sie die Wörter „Vorsatz“ und „als solche“. Völkermord bedeutet nicht einfach „zu viele zivile Tote“ – eine herzzerreißende Tatsache in fast jedem Krieg, auch in Gaza.
Es bedeutet, eine Kategorie von Menschen aus keinem anderen Grund ausrotten zu wollen, als dass sie zu dieser Kategorie gehören. So wie die Nazis und ihre Partner, die Juden im Holocaust töteten, weil sie Juden waren. Oder wie die Hutus, welche die Tutsi im Völkermord in Ruanda abschlachteten, weil sie Tutsi waren.
Auch als die Hamas am 7. Oktober einmarschierte und absichtlich Familien in ihren Häusern und junge Leute bei einem Musikfestival abschlachtete, ermordete sie Israelis „als solche“.
Im Gegensatz dazu machte die Tatsache, dass über eine Million deutsche Zivilisten im Zweiten Weltkrieg starben – Tausende von ihnen bei entsetzlichen Bombenangriffen auf Städte wie Hamburg und Dresden – sie zu Opfern des Krieges, aber nicht des Völkermords.
Denn das Ziel der Alliierten war es, die Nazis zu besiegen, weil sie Deutschland in den Krieg geführt hatten, und nicht, die Deutschen auszulöschen, nur weil sie Deutsche waren.
Quelle: Übersetzung des Interviews, online hier abrufbar, zuletzt eingesehen am 19. 5. 2026
Israels Vorgehen ist aufgrund der Politik Kriegsführung der Hamas gerechtfertigt, auch sieht er eine Täter-Opfer-Umkehr beim Vorwurf des Genozids. Weiter äußert er:
Aber stümperhafte humanitäre Pläne, schießwütige Soldaten, Angriffe, die das falsche Ziel treffen, oder Politiker, die zu rachsüchtigen Sprüchen greifen, kommen nicht annähernd einem Völkermord nahe. Sie sind Krieg in seinen üblichen tragischen Dimensionen.
Das Ungewöhnliche an Gaza ist die zynische und kriminelle Art und Weise, wie die Hamas den Krieg führt. Wenn Russland in der Ukraine mit Raketen, Drohnen oder Artillerie angreift, gehen Zivilisten in den Untergrund, während das ukrainische Militär über der Erde kämpft. In Gaza ist es umgekehrt: Die Hamas versteckt sich, ernährt und bewahrt sich in ihrem riesigen Tunnelgewirr, anstatt diese zum Schutz für Zivilisten zu öffnen.
Diese Taktiken, die an sich schon Kriegsverbrechen sind, erschweren es Israel, seine Kriegsziele zu erreichen: die Rückkehr seiner Geiseln und die Eliminierung der Hamas als militärische und politische Kraft, damit Israel nie wieder mit einem neuen 7. Oktober bedroht wird.
Diese beiden Ziele waren und bleiben völlig gerechtfertigt – und trotz ihnen wäre das Töten in Gaza zu Ende, wenn die Hamas die Geiseln einfach ausliefern und sich ergeben würde. Das sind Forderungen, die man von Israels angeblich unparteiischen Anklägern fast nie hört.
Quelle: Ebd., Hervorhebungen von mir
Schließlich verortet er den Vorwurf als Ausdruck eines ausgeprägten Antisemitismus:
Einige Leser mögen sagen, dass der Krieg in Gaza, auch wenn er kein Völkermord ist, schon zu lange andauert und beendet werden muss. Das ist eine faire Sichtweise, die von einer Mehrheit der Israelis geteilt wird. Warum also ist der Streit um das Wort „Völkermord“ wichtig? Zwei Gründe.
Erstens: Während einige Experten und Gelehrte den Vorwurf des Völkermords aufrichtig glauben mögen, wird er auch von Antizionisten und Antisemiten benutzt, um das moderne Israel mit Nazi-Deutschland gleichzusetzen. Das Ergebnis ist, dass eine neue Welle des Judenhasses ausgelöst wird, die nicht nur Feindschaft gegen die israelische Regierung schürt, sondern auch gegen jeden Juden, der Israel als Unterstützer des Völkermords unterstützt. Es ist eine Taktik, die Israelhasser seit Jahren mit aufgeblähten oder falschen Anschuldigungen über israelische Massaker oder Kriegsverbrechen verfolgen, die bei näherer Betrachtung keine waren. Die Anklage wegen Völkermords ist ähnlich, aber mit tödlicheren Auswirkungen.
Quelle: Ebd., Hervorhebungen von mir
Ebenso spricht Mario Bohrmann häufig von "Satanjahu", womit er erneut uralte Ritualmord-Stereotypen aufgreift. Ein Pakt zwischen Juden und Satan wurde bereits im Mittelalter behauptet. Diese Metapher findet sich auch in arabischen Karikaturen:

Hier hält der damalige isralische Ministerpräsident einen mit Blut gefüllten Kelch. In arabischer Schrift ist zu lesen "Das Blut palästinensischer Kinder", unten in englischer Sprache "Made in USA".

Hier zeigt wird erneut der der Ministerpräsident als Satan dargestellt, der das Blut palästinensischer Kinder trinkt.
Alle Karikaturen stammen aus dem oben genannten Beitrag von Johannes Valentin Schwarz.
Folgende Metaphern werden verwendet:
In moderner Verpackung als Text greift M. Bohrmann alte antisemitische Stereotypen auf. Flankierend kommt seine Aussage über die Kriegsschuld Deutschlands am 2. Weltkrieg hinzu, die die Alleinschuld relativiert.
Hinzu kommt die Titulierung des Staates Israel und seiner Politik als "faschistisch". Mit der Aussage, seit 35 Jahren sich mit dem Konflikt zu beschäftigen, versucht er sich als Experten unantastbar zu machen und sein "Wissen" zu verabsolutieren. Er hat ein vollständig in sich geschlossenes Weltbild, das für andere Sichtweisen nicht zugänglich ist. Dies zeigen auch seine durch ihn veranlassten Sperrungen (nicht nur mir gegenüber), er möchte sein Weltbild verteidigen und keine anderen Meinungen zulassen.
Anmerkungen
(1) "Dieser Prozess wird scheitern". Der jüngst abgetretene Hamas-Chef Khaled Meshal über den neuen Pragmatismus der Islamisten und die Chancen der Nahost-Initiative von US-Präsident Trump, in Der Spiegel Nr. 22/2017 vom 26. 5. 2017, online hier abrufbar, zuletzt eingesehen am 28. 11. 2025.
(2) Ohne ins Detail gehen zu können an dieser Stelle, ist es auch falsch, den deutschen Nationalsozialismus, den italienischen und spanischen Faschismus in einen Topf zu werfen. Dies nivelliert zu viele wesentliche Unterschiede sowohl in der Genese als auch deren Politik.
(3) Zitiert nach der Zeitung "Der Freitag" vom 16. 8. 2025, online hier abufbar, letzter Aufruf 2. 12. 2025.
(4) Vgl. Nachrichtenagentur Reuters vom 18. Juni 2023, Beitrag ist online hier abufbar, zuletzt eingesehen am 2. 12. 2025.
(5) siehe Anmerkung 1 oder auch " Israel will mit Palästinensern Gasvorkommen vor Gaza erschließen", in Die Zeit vom 28. Juni 2023, online hier abrufbar, zuletzt eingesehen am 24. 11.2025.
(6) Für Beispiele vgl. Küntzel, Matthias: Die Nazis und der Nahe Osten, Berlin/Leipzig 2019, S. 118f.
(7) Glasneck, Johannes/Timm, Angelika: Israel. Die Geschichte des Staates seit seiner Gründung, 2. Auflage, Bonn 1994, S. 50ff. Zur ideologischen Verbindung zwischen NS und Arabern im Nahen Osten vgl. ausführlich Mallmann, Klaus-Michael/Cüppers, Martin: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina, Darmstadt 2006 und Küntzel, Matthias: Die Nazis und der Nahe Osten, Berlin/Leipzig 2019
(8) Glasneck, Johannes/Timm, Angelika: a. a. O., S. 65f.