
Der folgende Text entstand im Rahmen einer Seminararbeit über die Thematik "Gedenken und Denkmäler" 1995. Damals war gerade der erste Künstler-Wettbewerb zur Errichtung des zentralen Mahnmals für die ermordeten Juden Europas abgeschlossen. Der Text reflektiert dementsprechend den damaligen Diskussionstand.
Das Mahnmal wurde nach nunmehr ca. 15jähriger Diskussion am 10. Mai 2005 eröffnet, allerdings nicht in der Form, wie es den Diskussionstand 1995 entsprach. Denn hierfür war die erste Ausschreibung selbst teilweise zu widersprüchlich, z. B. war nicht klar, inwiefern auch die Möglichkeit angeboten werden soll, sich über den Holocaust zu informieren. Inzwischen ist ein "Ort der Information" fester Bestandteil des Holocaust-Mahnmals. Die Notwendigkeit eines Informationsangebotes habe ich bereits in meiner Arbeit angemahnt, da Gedächtnis von kulturellen Gruppen konstituiert wird und aufgrund der historischen Ereignisse sich nicht ohne weiteres ein kulturelles Gedächtnis konstituieren kann.