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der Palazzo Medi-Riccardi in Florenz

Der Palazzo hat eine wechselvolle Geschichte, schon der offizielle Name deutet verschiedene Besitzverhältnisse an. Ursprünglich lebte hier die Familie Medici, bis diese umzog und den Palast an die Familie Riccardi verkaufte. Später befand er sich auch in staatlicher Hand, das Innenministerium hatte hier den Sitz, als Florenz Hauptstadt Italiens war.

Die Bauweise gehorcht der typischen toskanischen Adelspaläste der Reanaissance des 15. Jahrhunderts, sofern man die späteren Ergänzungen nicht beachtet. 1444 erhielt Michelozzo von Cosimo dem Älteren den Auftrag, 1460 wurde der Bau vollendet. Der Palast sollte dabei nicht zu prächtig gestaltet werden, um Neid anderer Adliger zu vermeiden. Die großen Fenster im Erdgeschoß sollen auf Michelangelo zurückzuführen sein.

1659 erwar Riccardi den Palast, die Medicis zogen um in den Palazzo Vecchio, es begannen zahlreiche Umbauten und Ergänzungen. Decken wurden erhöht, insgesamt wandelte sich das Gebäude zu einem dezenten Barockbau. Insbesondere in der Galerie kann man dies erkennen. Aber auch äußerlich veränderte sich das Gebäude, beispielsweise wurde der Palast auf der Seite der Via Larga um sieben Fesnter erweitert, der kubische Bau aus der Renaissance ging somit verloren.

1814 ging das Gebäude über in den Besitz der lothringischen großherzoglichen Regierung. Es wurde zum Behördensitz, die Stallungen dienten den österreichischen Ulanen als Kaserne.

Von 1865 bis 1870 (Florenz war in diesen Jahren Hauptstadt) war hier das Innenministerium untergebracht. 1871 schließlich erfolgte der letzte Besitzwechsel, der Palast war nun Eigentum der Provinz Florenz. Man richtete verschiedene Ämter ein, noch heute hat hier die Präfektur ihren Sitz.

Die für die Belange der Behörde durchgeführten Umbauten wurden 1911 bis 1929 wieder zurück genommen.

 

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Bild 1: der Palast in der heutigen Via Camillo Cavour

Bilder 2-4: Im Innenhof kann man die Renaissance noch baulich gut nachvollziehen. Im Bild 3 erkennt man die "Palle", das Wappen der Medici in der Mitte unter den Fenstern, rechts und links Tonden mit mythologischen Szenen. Zwischen den Gestaltungselementen befindet sich ein Sgrafitto.

Bilder 5-7: die Orpheus-Statue von Bandinelli (1519), der gerade den Höllenhund besänftigt. Der reich dekorierte Sockel wurde von Benedetto da Rovezzano nach Entwürfen Bandinellis gefertigt.

Bilder 8-10: Ergänzungen aus dem 17. Jahrhundert