Zeitweise kamen die Krematorien mit den Leichenverbrennungen nicht nach, so daß man die Leichen dann auf freien Feld auf großen Scheiterhaufen verbrannte. Dieser Ort wurde von polnischen Jugendlichen mit Holzkreuzen versehen. Die an (christlichen) Kreuzen hängenden Davidssterne wurde heftig kritisiert. Auch dieser Ort ist inzwischen mit neuen Gedenktafeln versehen.

Am 9. August 1942 wurde in dieser kleinen Gaskammer Edith Stein ermordet. 1891 wurde sie als Tochter in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Breslau geboren. 14jährig unterbrach sie die Schule und ging nach Hamburg zu ihrer älteren Schwester. Als Jugendliche wandte sie sich mehr und mehr vom Judentum ab und bekannte sich zum Atheismus. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Geschichte an verschiedenen Universitäten. 1922 konvertierte sie zum Katholizismus.

Ihre Lehrtätigkeit mußte sie 1933 als gebürtige Jüdin aufgeben. Um ihren Konvent nicht zu gefährden, siedelte sie 1938 in die Niederlande über. Am 2. August 1942 wurde sie von den Deutschen verhaftet, über das Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz deportiert und am 9. August ermordet.

Wenn man über das Gelände streift, stößt man auch auf einen Haufen verkohltes Besteck. Man ist in dem Bereich, den die Häftlinge "Kanada" nannten.

"Kanada" war der Spitzname für die Effektenkammern. Die Habseligkeiten der Häftlinge, die sie mitnahmen für ihre angebliche "Übersiedlung in den Osten", wurde ihnen abgenommen und in den Effektenkammern gesammelt. Nicht nur Besteck, sondern auch Gebrauchs- und Wertgegenstände.

Der Besteckhaufen ist im Gras leicht zu übersehen, als Orientierung dient ein alter abgestorbener, ebenfalls verkohlter, Baum.

Der Besteckhaufen wurde im Laufe der Zeit immer kleiner, 1995 war er mit einem im Boden verankerten Drahtkäfig gesichert. "Souvenirjäger" haben sich des öfteren hier bedient.

Als sich die Rote Armee näherte, wurde das Lager aufgelöst, die Häftlinge auf sg. "Todesmärsche" geschickt oder in andere KZs deportiert. Um die Spuren der Verbrechen zu beseitigen, sprengte man die Krematorien, auch die Effektenkammern ("Kanada") wurden in Brand gesteckt.

Es ist unmöglich, das gesamte Gelände zu überblicken. Hier sind die Wachtürme an der Lagergrenze von der Außenseite aus zu sehen.

Das Lager war ebenfalls wie das Stammlager mit elektrischem Draht umzäunt inkl. Wachtürme.

 

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